Themen im Block

  1. Lasst uns über kekse sprechen
  2. Stressige Hundetage - was kann helfen?
  3. 10 Tipps für einen zuverlässigen Rückruf
  4. 10 Tipps für den Alltag
  5. Checkliste für den Tierarztbesuch
  6. Hund und Hitze
  7. Zähne putzen beim Hund? Schwachsinn oder notwendig?
  8. Der Welpenkompass - sicher durch die ersten 6 Monate

#1
Lasst uns über Kekse sprechen

Lasst uns über Kekse sprechen

Geschrieben von Miri Styppa

Welche Arten von Leckerchen gibt es und was ist zu beachten?

Unsere Empfehlungen basierend auf dem, was wir im Training nutzen:

 Leckerlies mit niedriger Wertigkeit

  • Am besten einsetzbar bei:
    • Niedriger Ablenkung im Training (z.B. daheim)
    • Einfachen Übungen, die der Hund gut kennt und umsetzen kann
  • Typisch: Trockenfutter, fest und krümelig

Leckerlies mit mittlerer Wertigkeit

  • Am besten einsetzbar bei:
    • Mittlerer Ablenkung, z.B. im Garten oder in der Wohnung
    • Daheim, wenn bekannter Besuch da ist oder die Familie zusammenkommt
    • Draußen in einfachen Situationen mit wenig Ablenkung
  • Typisch: Halbfeuchtes Futter (z.B. die Soft Linie von Wildborn), Futter, das sich gut mit den Fingern zerteilen lässt und dabei noch fest ist. Das Futter sollte nicht neu für deinen Hund sein (also ggf. daheim schon einmal testen).

Leckerlies mit hoher Wertigkeit

  • Am besten einsetzbar bei:
    • Schwierigen Situationen mit höherer Ablenkung
    • Neuen Umgebungen
  • Typisch: Neue und geruchsintensive Leckerlies wie z.B. Nassfutter oder Leckerchen aus der Tüte, die diese Kriterien erfüllen

 Leckerlies als Jackpot

  • Am besten einsetzbar bei:
    • Neuen Umgebungen, die viele Ablenkungen mit sich bringen und die Umsetzung der erlernten Signale erschweren
  • Typisch: Leckerlies, die dein Hund sehr selten bekommt und eine hohe Wertigkeit besitzen, wie z.B. Würstchen, Futtertuben mit Lachscreme oder Leberwurst gefüllt, Käsewürfel, Fleisch

Wie immer entscheidet zuletzt dein Hund über die Belohnung

  • Denke immer daran, dass dein Hund letztendlich entscheidet, was für ihn in welcher Situation eine Belohnung darstellt. Diese allgemeinen Richtlinien sollen dir als kleiner Ratgeber dienen, wenn du dich wieder auf den Einkauf machst.
  • Am besten hast du immer eine Auswahl parat, um in den verschiedenen Situationen entsprechend belohnen zu können.

Und wie immer kannst du dich jederzeit an einen gut ausgebildeten Trainer wenden, um deine persönlichen Ziele im Training zu erreichen und eine individuelle Beratung zu bekommen.

Passende Webinare/ Online Kurse:

  • Wie Hunde lernen
  • FAQs zur Ernährung mit Dr. Julia Fritz von Napfcheck
  • Ernährung & Verhalten mit Tierärztin Esther Würtz

#2
Stressige Hundetage - Was kann helfen?

Stressige Hundetage - Was kann helfen?

Geschrieben von Miri Styppa

Aktivitäten zur Entlastung des Hundes

Kauen
Kauen kann dem Hund helfen, Stress abzubauen. Daher kann es sinnvoll sein, deinem Hund Kauartikel
zu geben, die er gut verträgt und die ihn eine Weile beschäftigen. Vorsicht ist geboten bei Hunden, die Kauartikel im Ganzen herunterschlucken. Kauartikel sollten nur in Anwesenheit der Besitzer gegeben werden.

Schlecken
Kennst du schon die Schleckmatten für Hunde? Diese sind in der Regel ein wahres Vergnügen für unsere Vierbeiner und im Anschluss leicht zu reinigen. Du kannst Nassfutter, Hundeleberwurst, laktosefreien Joghurt oder Quark oder andere schmierfähige Leckerchen nehmen, die dein Hund mag und gut verträgt. Diese verteilst du auf der Schleckmatte und das Vergnügen beginnt. Achtung: Bevor du deinem Hund die Schleckmatte am Ende wieder wegnimmst, wirf ein paar Hundekekse von der Schleckmatte weg. Wenn er diese sucht, hebst du die Schleckmatte auf.


Schnüffeln
Schnüffeln liegt ebenso in der Natur des Hundes und kann ein wunderbares Mittel sein, um Stress und Anspannung abzubauen. Hierzu kannst du einen Schnüffelparcours aufbauen und z.B. einen Karton mit Papierknöllchen füllen und die Kekse dazwischen verstecken (Achtung: nur unter Aufsicht, um das Fressen von Papier zu vermeiden). Ebenso kannst du Kekse ins Gras schmeißen, in einem Handtuch verstecken oder ganz einfach einen Schnüffelteppich für Hunde nutzen. Bei Hunden, die Trockenfutter bekommen, ist dies auch eine schöne Alternative zum Futternapf.


Schlaf
Ausreichend Schlaf ist wichtig für unsere Lieblinge. Gerade nach stressigen Tagen, an denen viel los war, Besuch anwesend war oder wir Menschen viel Stress hatten, geht das an den Hunden nicht spurlos vorbei. Nach solchen Ereignissen gönne deinem Hund besonders viel Ruhe und lass ihn so lange ungestört schlafen, wie er möchte.

Vergiss niemals, wie hart es für unsere Hunde sein kann, die stressige Menschenwelt zu erleben. Umso wichtiger ist es, ihnen Ruhe und Möglichkeiten zum Stressabbau zugänglich zu machen.

Passende Webinare/ Online Kurse:

  • Konditionierte Entspannung
  • Beschäftigung drinnen und draußen (dazu gehört auch Stressabbau)
  • Trennungsstress beim Hund
  • Konflikte in Hundebegegnungen

#3
10 Tipps für einen zuverlässigen Rückruf

10 Tipps für einen zuverlässigen Rückruf

Geschrieben von Miri Styppa

#1 Die Ablenkung

Denke immer daran, wie schwierig der in unseren Augen einfache Rückruf für unsere Hunde ist. Nicht nur müssen sie in ihrem Tun unseren Ruf wahrnehmen, sondern sich auch davon abwenden, zu uns laufen, alle Ablenkungen, Spuren und Gerüche ignorieren, bis zu uns kommen, bleiben und auf die erneute Freigabe warten. Ganz schön viel auf einmal, wenn wir „nur“ mal eben über einen Rückruf sprechen. Daher muss dieser gut aufgebaut und auch unter Ablenkung gefestigt sein.

#2 Deine Körpersprache

Viele Menschen stehen frontal zum Hund, wenn sie ihn rufen. Kommt er nicht sofort, beugen sich viele unbewusst nach vorne und rufen lauter und energischer. Damit erreicht man leider das Gegenteil des gewünschten Verhaltens, denn in den Augen des Hundes kann beides bedrohlich wirken. In der Konsequenz werden die Hunde dann oft noch langsamer, nach dem Motto: „Lass sich Frauchen und Herrchen erstmal beruhigen, ich komm dann, wenn es so weit ist.“ Daher achte darauf, am besten etwas seitlich zu stehen und freundlich nur einmal zu rufen. Gib deinem Hund einen Moment Zeit, dich wahrzunehmen.

#3 Die Belohnung

Stelle sicher, dass du deinen Hund für sein Kommen auf Ruf entsprechend belohnst. Vergiss nie, dass er meist einer super interessanten Beschäftigung nachgeht und für dich letzten Endes alles stehen und liegen lässt. Bei der Wahl der Belohnung spielt nicht nur Futter eine Rolle. Sofern dein Hund auch Spielzeug toll findet oder Rennspiele mit dir mag, kannst du auch das prima nutzen.

#4 Futter als Belohnung

Wenn du mit Futter als Belohnung arbeitest, kannst du hier ein paar Varianten einbringen. Neben der Belohnung aus der Hand kannst du deinem Hund das Futter auch auf den Boden oder ins Gras streuen. So hat er ein wenig Abwechslung und gleichzeitig eine kleine Nasensuche mit eingebaut. Auch kannst du einen Keks in die Hand nehmen und wie ein kleines Jagdspiel etwas hin und her führen und deinem Hund dann in eine Richtung werfen. Probiere es mal aus und werde erfinderisch!

#5 Die passende Belohnung

Hast du schon mal beobachtet, aus welchen Situationen du deinen Hund abrufst? Nein? Dann wird es Zeit. Wenn du deinen Hund aus einem Spiel abrufst, ist seine Motivation höchstwahrscheinlich spielen. Wenn er dann zu dir kommt und von dir einen Keks bekommt, ist das vielleicht in dem Moment nicht die passende Belohnung, da er Futter und kein Spiel bekommt. Um sicher zu gehen, dass deine Belohnung funktioniert, könntest du ihm hier einen Keks geben und zusätzlich ein Rennspiel mit dir, ein Zerlegspiel oder was auch immer dein Hund gerne als Spiel tut. Wenn er aus dem Schnüffeln abgerufen wird, bietet sich eher eine Kekssuche an, so dass er etwas Ähnliches bekommt, wovon er abgerufen wurde.

#6 Dein Hund entscheidet

Denke immer daran: Dein Hund entscheidet, was für ihn eine Belohnung ist und was nicht. Gibst du also einen Keks und dein Hund erwartet ein Spiel, ist deine Belohnung wahrscheinlich nicht so hoch wie das, wovon du ihn abgerufen hast. Das nächste Mal wird er dann vielleicht nach dieser Lernerfahrung nicht mehr kommen. Denke immer daran: Verhalten, das sich für den Hund lohnt, wird er öfter zeigen – und das sollten definitiv Aktionen mit dir sein, statt ohne dich.

#7 Zeitpunkt des ‚Anfeuerns‘

Wenn dein Hund auf dich zugelaufen kommt, darfst du ihn gerne enthusiastisch und freudig beim Laufen in seinem Kommen bestätigen, z.B. indem du rufst: „Prima, super, ‚Golfo‘, yeahhhhhhhhh!“ So lange, bis er bei dir ist und dann folgt die Belohnung.

#8 Kein Abitur in der Grundschule

Starte dein neues Training in ablenkungsarmen Umgebungen. Dein Hund muss erst die Erfahrung sammeln, dass sich sein Kommen lohnt. Übe zunächst daheim und im Garten, dann draußen, wenn nicht viel Ablenkung da ist, und steigere die Ablenkung kontinuierlich. Wenn du deinen Vierbeiner aus einer Hundegruppe abrufst, sollte die Belohnung besonders reichhaltig ausfallen.

#9 Schimpfen

Bestrafe oder schimpfe niemals mit deinem Hund, wenn er deinen Signalen nicht folgt. Er ist weder stur noch sonst irgendwas, sondern weiß es einfach noch nicht besser. Je mehr du jedoch über Hunde und ihr Training lernst, desto besser kannst du mit deinem Liebling kommunizieren und ihr lernt euch gegenseitig besser kennen. Bedenke, dass dein Hund in der Regel gerade nicht weiß, wofür er ausgeschimpft wird und schlimmstenfalls nur lernt, vor dir Angst zu haben und das Vertrauen zu verlieren.

#10 Stimmungsübertragung

Eine wahre Belohnungsbombe für die meisten Hunde ist es, sich ehrlich und von Herzen mit und über ihr Tun zu freuen. Probiere es einmal aus, alles loszulassen und dich losgelöst zu freuen, wenn dein Hund zu dir gelaufen kommt. Einen Keks darfst du natürlich trotzdem noch geben.

Passende Webinare/ Online Kurse:

  • Der Rückruf
  • Wie Hunde lernen
  • Körpersprache Hund (inkl. Mensch-Hund)

#4
10 Tipps für den Alltag

10 Tipps für den Alltag – Was braucht mein Hund um glücklich zu sein?

Geschrieben von Miri Styppa

Was brauchen unsere Hunde eigentlich um zufrieden und gesund zu bleiben? Diese Frage bekomme ich sehr oft von Welpenbesitzern gestellt, aber auch ganz allgemein von anderen Hundeeltern. Ich habe Euch mal die 10 (in meinen Augen) wichtigsten Dinge aufgelistet. 

1. Routine im Tagesablauf

Routine ist wichtig für deinen Hund und gibt Stabilität und Sicherheit im Tagesablauf. Hast du schon mal beobachtet, was dein Hund rund um die Fütterungszeiten macht? Er steht vermutlich dort, wo die Futterschüssel bald stehen wird und hat eine Art -innere Uhr- wann es los geht.

2. Gesunde und ausgewogene Ernährung

Hier macht es Sinn mal einen Experten drüber schauen zu lassen (wir haben sehr gute Erfahrungen mit Dr. Julia Fritz von Napfcheck und ihrem Team gemacht, oder Miriam von Kochen für Hunde, auch eine gute Anlaufstelle). Jeder Hund ist anders und den Einheitshund gibt es nicht. Wieso also geht man davon aus, dass die sogenannten Alleinfuttermittel für alle Hunde passend, bzw. bedarfsdeckend sind?

3. Altersgerechte Bewegung und Auslauf

Hunde brauchen ihr Gassi und ihren Auslauf. Dies ist nicht nur für die Bewegung wichtig, sondern auch für die Interaktion mit ihrer Umwelt und ihren Artgenossen. Achte darauf deinem Hund die Zeit zu geben ausgiebig zu schnuppern und zu erkunden. Für ihn ist es ein wenig wie die Nachrichten im TV, oder ein Buch lesen. Keiner möchte das man die Seite des Buches umblättert, wenn sie noch nicht fertiggelesen ist und ein entsprechender Kommentar abgegeben wurde ;-) Senioren sind nicht mehr ganz so agil wie ihre jüngere Ausgabe, daher wähle deine Routen mit Bedacht. Bei +25 Grad solltest Du mit deinem Gassi vorsichtig sein, um einen Hitzschlag zu vermeiden. Hunde am Fahrrad zu führen ist definitiv nicht empfehlenswert und teils tierschutzrelevant.

4. Geistige Beschäftigung

Für das Wohlergehen der Hunde ist nicht nur eine angepasste körperliche Auslastung wichtig, sondern auch die geistige, kognitive Förderung. Dazu kann man z.B. Tricks mit seinem Hund erarbeiten. Je mehr man hier im Vorfeld tut, je fitter wird dein Hund vermutlich im Alter bleiben.

5. Regelmäßige medizinische Versorgung

Schau mal in unseren anderen Handouts nach. Dort haben wir einen Ablaufplan für dich zur Orientierung festgehalten. Lass dich von deinem Tierarzt ruhig mal ausführlich darüber aufklären, was dort für sinnvoll erachtet wird. Wusstest du z.B., dass man ab einem gewissen Alter alle 6 Monate einen Bauchultraschall machen sollte? Das auch bei jungen Hunden eine Zahnkontrolle unter Narkose sinnvoll sein kann? Auch hierzu haben wir tolle Webinare und Infos im Gepäck.

6. Soziale Kontakte

Soziale Kontakte sind wichtig und du solltest deinem Hund ausreichend Zeit am Tag zur Verfügung stellen. Finde raus, wo er sich gerne streicheln lässt und was ihm an Nähe guttut. Sozialkontakte mit anderen Hunden kann ebenso sehr sinnvoll sein, aber nur dann, wenn die Kontakte gut strukturiert sind. Also kein wildes Spiel frei dem Motto die machen das unter sich aus ;-)

Du zählst übrigens auch zu den Sozialkontakten und solltest Dir dessen bewusst sein. Enge deinen Hunde niemals körperlich ein (sein denn es ist ein Notfall) und lasse ihn entscheiden, wie weit er kuscheln möchte, oder deine Nähe sucht. Manchen Hunden reicht schon der Kontakt einer Pfote mit dem Menschen oder anderen Hund, oder das nah beieinander liegen. Für uns Menschen ist dies dann oft ein aha Effekt, wenn unser Hund so ganz anders tickt als wir. Aber dein Verständnis wird sich mit Vertrauen auszahlen.

7. Ausreichend Schlaf

Die beiden Hauptfaktoren, welche inzwischen für Verhaltensprobleme (insbesondere Aggressionsverhalten) genannt werden sind mangelnder Schlaf und zu wenig gute Beschäftigung/ Enrichment. Ein ausgeglichener Hund schläft einen Großteil des Tages und sollte einen Ruheplatz haben, wo er von niemandem gestört wird. Eine Art tabu Zone, wo er sich zurückziehen kann.

8. Beschäftigung drinnen und draußen

Sitz, Platz und Bleib zähle ich eher nicht zu den Beschäftigungen des Hundes, sondern vielmehr interaktive Ereignisse. Angefangen mit dem effektiven Lernen neuer Signale (wie z.B. Tricks, oder Handlungsketten) meine ich auch Fun Faktoren wie Suchspiele, einen Nasen Parcours, Fährtenarbeit, Leckerlie Bäume und was deinem Hund sonst noch Spaß bereitet und er einfach mal sein darf.

9. Kau und Schleckmöglichkeiten

Kauen und Schlecken bauen Stress ab. Das siehst du auch an jeder Eisdiele. Statistisch gesehen gibt es dort sehr selten Auseinandersetzungen unter Menschen, denn man kann nicht gleichzeitig ein leckeres Eis schlecken und dabei wütend auf den Sitznachbarn los gehen. Ähnlich ist es bei unseren Hunden. Kauen und Schlecken fühlt sich in der Regel einfach gut an und bringt Wohlbefinden.

10. Sicherheit

Du bist die Schutzbefohlene deines Hundes und er ist auf dich angewiesen. Lerne mehr über seine Körpersprache, so dass ihr euch gegenseitig besser verstehen könnt. Desto klarer eure Kommunikation ist (und damit meine ich nicht den Mythos ich habe schon immer Hunde gehabt und kenne mich aus ... sondern ein Upgrade dessen, z. B. in Form eines kleinen Buches oder Webianars. Du wirst erstaunt sein, was es noch alles zu lernen gibt und deine Beziehung zu deinem Hund wird sich auf ein anderes Level haben. Probiere es doch mal aus!

Passende Webinare/ Online Kurse:

  • Was braucht mein Hund um glücklich zu sein?
  • Beschäftigung drinnen und draußen
  • Körpersprache des Hundes

#5
Checkliste für den Tierarzt Besuch

Checkliste für den Tierarztbesuch

Geschrieben von Miri Styppa

In Zusammenarbeit mit Tierärztin Anne Schwarz haben wir diesen Leitfaden erarbeitet. Er soll Dir einen Überblick möglicher Untersuchungen geben und als Hilfestellung zur Absprache mit deinem Tierarzt dienen. In den vielen Jahren als Hundetrainer und auch Hundehalter musste ich leider immer wieder feststellen, wie lückenhaft die medizinische Versorgung unserer Lieblinge ist und dies meist aus fehlender Aufklärung der Hundehalter. Bauchultraschall und eine richtige Zahnuntersuchung sind nur 2 Dinge, die noch immer kaum stattfinden, aber so unglaublich wichtig sind. Milztumore rechtzeitig zu erkennen kann Leben retten, Zähne zu sanieren dem Hund dauerhafte Schmerzen ersparen....aber dazu mehr demnächst im Zahn Blog ;-)

Fahrplan Tierarztbesuch

WELPEN
Folgendes sollte dokumentiert werden:

Impfungen und allgemeine Untersuchung (inklusive Zahncheck Zahnwechsel)

  1. Lebenswoche  
    12. Lebenswoche                 
         16. Lebenswoche


Jeweils 1 Woche vor der Impfung:  Entwurmung

  1. Lebenswoche  
    11. Lebenswoche                 
         15. Lebenswoche

 1-2x/ Woche

Nach Flöhen oder Ektoparasiten schauen:
(Lebenswoche):

 8    9    10    11    12    13    14    15    16    17    18 

Wiegen und Protokoll führen
(Lebenswoche):

 8    9    10    11    12    13    14    15    16    17    18 


Symptome wie Durchfall, keine Gewichtszunahme, etc:

Kot von 3 Tagen sammeln und beim Tierarzt abgeben und checken lassen.

Junghunde 1 Jahr...
...werden dem Tierarzt ohnehin zur Impfung vorgestellt und dabei einer allgemeinen Untersuchung unterzogen.

Tiere aus dem Ausland

6 Monate nach der Einreise in Deutschland „Mittelmeercheck“ (d.h. Blutentnahme um die Abendzeit!).


Adulte Hunde ab ca. 5 Jahren (abhg. Größe des Hundes)

 

-Großes Blutbild 1x/ Jahr und allgemeine Untersuchung

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

 

-Zahnkontrolle mit Dentalröntgen (alle 1-2 Jahre nach Absprache mit dem Zahntierarzt)

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

 Datum:____________  Datum:____________  Datum:____________

Schmerzkomponente – Richtige Untersuchung, Vorbericht, Hundehalter auf Schmerzen sensibilisieren, ggf. diagnostische Schmerzmittelgabe.

Zeckenschutz

Je nach Lage und Region (starker Zeckenbefall in einer Region kann schon einen früheren Zeckenschutz nötig machen). Eine konkrete Lebenswoche wann damit begonnen wird gibt es nicht, daher Beobachtung des Tieres, ob Zecken auf dem Hund/ Umgebung sind.

Bauchultraschall

Ab spätestens 5-6 Jahren (ggf. früher) 1-2x/ Jahr

Bei älteren Hunden 2x/ Jahr

Wiegen

Regelmäßig, am Besten 1x/ Woche zur gleichen Zeit (entweder vor oder nach dem Essen, morgens oder abends)

Impfung und allgemeine Untersuchung mit Blutkontrolle

1x/ Jahr

Entwurmung

Je nach Nutzung des Hundes und Kontakt zu Kindern, Senioren oder bei viel Aufnahme von Kot anderer Tiere: mindestens alle 2-3 Monate. 3-4x/ Jahr Kot untersuchen lassen (3d am Stück Kot sammeln und beim Tierarzt abgeben). Da die Proben nur eine Momentaufnahme sind, ist eine Entwurmung dennoch sinnvoll. Dabei sollten sich die Entwurmungsmittel abwechseln. Welpen sollten auf jeden Fall entwurmt werden!!!

Zahnkontrolle

Alle 1-2 Jahre bei jüngeren Hunden, ab dem ca. 5 Lebensjahr und je nach Erstbefund jährlich (hier spielen viele Komponenten eine Rolle, wie z.B. die Speichelzusammensetzung des Hundes, Vorerkrankungen, etc., daher sollten die Intervalle mit dem Zahntierarzt abgesprochen werden). ACHTUNG: darauf achten, dass die Praxis ein Dentalröntgengerät hat und richtig kontrolliert werden kann (auch wir machen in der Zahnarztpraxis nicht nur den Mund auf und lassen den TA hinein schauen ;-). Im Internet gibt es eine Liste von Fachtierärzten. Hier sind wir gerne behilflich.

B.A.R.F.

Wer sich für das „Barfen“ seines Hundes entscheidet, sollte dringend alle Hygienemaßnahmen einhalten, besonders wenn Kinder mit im Haus leben. Bitte lasst Euch hier gleich zu Anfang von einem Fachtierarzt für Ernährung einen geeigneten BARF Plan erstellen, damit alle Komponenten (Öle, Zusätze, etc.) berücksichtigt werden. Foren im Internet ersetzen hier definitiv KEINE fachkundige Beratung.

Dieser Leitfaden ersetzt keine medizinische Beratung beim Tierarzt! Er soll eine Hilfestellung sein und gemeinsam mit dem Tierarzt individuell angepasst oder ergänzt werden.

#6
Hund und
Hitze

Hund und Hitze

Geschrieben von Miriam Styppa

Was haben Hunde und Dromedare gemeinsam? NICHTS.

Anders als der Mythos sagt speichern Kamele kein Wasser in ihren Höckern, sondern bis zu 40 Liter Fett. Fett ist ein schlechter Wärmeleiter und schützt daher sowohl gegen Hitze, als auch Kälte. Die Blutbeschaffenheit von Dromedaren erlaubt einen Wasserverlust bis zu einem Viertel des Körpergewichts und es stimmt somit, dass Kamele lange ohne Wasser auskommen können.


Zum Vergleich: Für unsere Hunde wären bereits zehn Prozent lebensbedrohlich und die Gefahr eines Hitzeschocks wird-wie man täglich in den Kliniken beobachten kann- gnadenlos unterschätzt!


Anders als wir Menschen haben Hunde nur 2 Möglichkeiten ihre Temperatur zu regulieren. Zum einen schwitzen sie über die Pfoten und zum anderen senken sie ihre Körpertemperatur über das Hecheln. Beides bedingt, dass der Hund auch genügend Wasser zu sich nimmt, was häufig gerade bei älteren oder kranken Hunden nicht der Fall ist. Diese sehr eingeschränkten Möglichkeiten mit Hitze umzugehen verdeutlicht einmal mehr, wie gefährlich sie für Hunde werden kann.

Bereits Temperaturen ab 22 Grad machen unseren Vierbeiner zu schaffen. Immer wieder beobachte ich, wie Hundebesitzer im Sommer ihre Hunde am Fahrrad mitlaufen lassen und/ oder auf teils glühendem Asphalt in praller Sonne Gassi gehen. Spricht man sie an, erntet man Kopf schütteln und weiter geht's mit hechelnder Zunge und purem Stress für den Hund....

Viele Hitzeschocks bleiben unbemerkt und tatsächlich führen nicht alle in die Tierklinik. Symptome sind zum Beispiel:

  • Starkes Hecheln mit weit heraushängender Zunge
  • flache Atmung
  • beschleunigter Puls, rasender Herzschlag
  • tiefrote Zunge + blasse Schleimhäute
  • Zittern
  • glasiger Blick
  • Stressgesicht
  • Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit
  • torkelnder Gang
  • speicheln

Nur etwa 50 % der Hunde, die in eine Klinik eingewiesen werden überleben einen Hitzeschock/ Dehydrierung. Spätfolgen können Nierenversagen und Blutgerinnungsstörungen sein.

Noch gefährlicher ist der Aufenthalt im Auto, um "mal eben ganz kurz" was einkaufen zu gehen.
Ein Beispiel:
Bei 30 Grad Außentemperatur erhitzt sich ein Auto binnen 15 Min. auf bis zu 50 Grad Innentemperatur. AUCH BEI OFFENEM FENSTER (!!!) kann das beim Hund bereits zum Tode führen (Hirnödem mit Herz und Atemstillstand).
 

Also merkt Euch für den Sommer.....

  • Kein Gassi bei Temperaturen 22–25 Grad (ihr könnt stattdessen einen kurzen Löse Gang machen und/ oder ganz früh morgens, bzw. spätabends länger gehen)
  • keine körperlichen Belastungen
  • den Hund niemals im Auto lassen (auch bei geöffneten Fenstern)
  • falls Auto gefahren werden muss, vorher herunter kühlen
  • immer ausreichend Wasser bereitstellen
  • Trinkverhalten beobachten
  • Hund auf Symptome hin beobachten und bei Verdacht sofort einen Tierarzt aufsuchen
  • schattige/ kühle Orte anbieten
  • nicht aufgeheizt in Gewässer springen lassen
  • nasse Handtücher anbieten (zum drauf liegen, manche Hunde mögen es auch damit zugedeckt zu werden)

Teilt diese Informationen mit anderen Hundehaltern und helft damit mehr Vierbeinern dem Elend Hitzeschock

 zu entgehen....

 

#7
Zähne putzen beim Hund - Schwachsinn oder notwendig?

Zähne putzen beim Hund - Schwachsinn oder notwendig??

Geschrieben von Miri Styppa

Zähne putzen beim Hund - Schwachsinn oder notwendig??

Dieses Thema wird von "nicht sachkundigen" Hundebesitzern wirklich immer noch kontrovers diskutiert, wobei die gängige Meinung von Tierärzten/Experten sich schon seit 10 Jahren nicht verändert hat....die Antwort ist ganz eindeutig:

JA, es ist notwendig.

Dabei gibt es aus meiner Erfahrung signifikante Unterschiede in der Argumentation. Schneide ich dieses Thema in meiner Hundeschule an, werde ich oft etwas überrascht angeschaut und man versucht mich zu überzeugen, dass der eigene Hund ja frisst und Zahnschmerzen somit nicht vorhanden sein können und er außerdem nicht aus dem Maul stinken würde. Der nächste gibt kund, dass die Zähne ja weiß und somit gesund sein müssen.....wieder ein anderer führt den Vergleich zu den Urahnen-den Wölfen-auf, die ganz sicher weder eine Zahnbürste noch einen Zahnarzt in ihrem Leben kennengelernt haben.....

Nach einem Aufklärungsgespräch trennt sich dann die Spreu vom Weizen der "Hundeliebhaber". Die einen fallen zwar aus allen Wolken, nehmen die neue Information aber an und setzen alles daran, die Situation des eigenen Hundes ab jetzt zu verbessern, auch wenn damit teils höhere Tierarztkosten verbunden sind. Die anderen halten an Mythen fest und schalten auf Durchzug, was mich dann persönlich an einen Punkt der Verzweiflung bringt, denn schließlich bezeichnen sich beide Gruppen als Hundefans und Tierliebhaber...

Seit vielen, vielen Jahren arbeite ich eng mit dem Tierschutz, Tierärzten und Verhaltensmedizinern zusammen, betreibe selbst eine Hundeschule mit Schwerpunkt Angst/ Aggression und Medical Training und eine Ausbildungsstätte für Hundetrainer. Ergo sind mir im Laufe der Zeit sehr, sehr viele Hunde vorgestellt worden, insbesondere in Bezug auf Aggression. Geht man die medizinische Historie aller Hunde durch, wurde mal mehr, mal weniger an Untersuchungen gemacht. In einem stimmen aber fast ausnahmslos- und das ist wirklich erschreckend-alle überein: die fehlenden Zahnuntersuchungen beim Hund (damit meine ich nicht den Routine Besuch beim Tierarzt mit ins Mäulchen rein blinzeln)...
Dabei ist es auch "erstmal" fast unerheblich, wo der Hund ursprünglich her kommt (Züchter, Tierheim, Pflegefamilie......). In den Tierarztpraxen mit denen ich stets im Austausch zu diesem Thema bin-das gleiche Bild. Nicht selten kommt es vor, das Hunde die übernommen werden eingeschläfert werden müssen, weil ihre Kiefer vereitert und nicht reparabel sind, auch nicht mehr amputiert werden kann. Andere leben mit Kieferbrüchen und schmerzhaft vereiterten Zähnen und JA!! DAS TUT WEH! Was haben all diese Hunde gemeinsam? Sie haben vermutlich bis zum letzten Tag gefressen und sind Gassi gegangen....ein Armutszeugnis für jeden Schutzbefohlenen Hundebesitzer.

Weiter geht es in den Zoogeschäften und dem Zubehör für Hunde - überall zu kaufen. Kauartikel werden angepriesen und dem Hundehalter als Zahnpflege untergejubelt, die genau das Gegenteil bewirken und die Zähne kaputt machen. Zahnpflege Snacks ersetzen angeblich das Putzen und den Zahnarztbesuch, himmlisch, magische Zaubergele versprechen wahre Wunder. Ganze Kollektionen gibt es schon zu kaufen und der Hundehalter wiegt sich besonnen, in dem Irrglauben seinem Hund etwas Gutes zu tun. Ausnahmen gibt es, aber die sollte man genau kennen und wissen, wo man diese findet.

Kommen wir nun zu sachkundigen Hundetrainern und Hundeschulen, die selber Zubehör vertreiben und es eigentlich besser wissen sollten.

Auch da habe ich sehr interessante Erfahrungen gemacht. Jedes Mal, wenn ich auf Weiterbildungen bin und nicht zahnzuträgliche Kauartikel und Co. sowohl zum Verkauf, als auch bei Teilnehmern entdecke, mache ich die Kolleg:innen darauf aufmerksam. Ehrlich gesagt war ich geschockt, dass in 100% (!!!) der Fälle KEINE Bereitschaft darin zu finden war, diese Artikel aus dem Sortiment zu nehmen, bzw. auch die vorhandenen nicht mehr zu verkaufen. In meinem Verständnis eigentlich schon tierschutzrelevant....und für mich null nicht nachvollziehbar.

Lange Rede ganz viel Sinn hat uns dieses Thema nicht mehr in Ruhe gelassen. Wir haben recherchiert, was es an Info Material zu diesem Thema auf dem Markt gibt, was - Suchmaschinen außen vor gelassen - eigentlich erschreckend wenig war.

Aus diesem Grund habe ich mich mit den Tierärztinnen Dr. Gabriele Walb (Schwerpunkt Zahnheilkunde)  und Anne Schwarz (Tierärztin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie) zusammen getan und wir haben ein Booklet geschrieben. Dieses gibt dir sowohl einen medizinischen Überblick über das WIESO, WESHALB und WARUM, als auch einen Trainingsausblick. Das Booklet kannst du dir nach dem Kauf direkt runter laden und es enthält QR Codes mit Trainingsfilmen. Wir finden ein umfangreiches Werk und für jeden erschwinglich.

Viel Spaß dabei!!

#8
Der Welpen Kompass, sicher durch die ersten 6 Monate

Der Welpenkompass - Dein Booklet zum Download

Geschrieben von Miri Styppa

Wie navigiere ich sicher durch die ersten 6 Monate?? Genau damit beschäftigen wir uns in unserem Welpenbooklet. Die gängigen Welpenkurse konzentrieren sich meist auf Sozialisation der Kleinen und auf das Erlernen gängiger Grundsignale (bei uns heißt es Signale und nicht Kommandos, denn wir sind ja nicht in einer Kaserne, sondern begrüßen ein neues Familienmitglied ;-)

In meinen Welpenkursen kamen im Laufe der Jahre immer wieder die gleichen Fragen auf, die jeden Welpenbesitzer beschäftigen. In den Praxisstunden übt man Dinge wie Sitz, Platz und Bleib, aber tatsächlich drückt der Schuh spätestens ab Stunde 3 ganz woanders. 

Welpenbücher gibt es noch und nöcher auf dem Markt, aber den meisten fehlt es an Zeit diese zu lesen. Dr. Google ist eine wundervolle Suchamaschine, aber nicht alle kostenlosen Tipps zur Welpenerziehung sind zielführend und schlimmsten falls aversiv und eine negative Erfahrung für die Kleinen. 

Ich wollte diese Lücke füllen und ein überschaubares und illustriertes Booklet erstellen, was dich im Alltag unterstützt, dir wertvolle Informationen mit gibt und viele Trainingstipps beinhaltet. 

©Pfötchenhof Pfalz. Alle Rechte vorbehalten.

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